Die ICE-Datenbank (Inventory of Carbon & Energy) ist ein offener Datensatz mit Werten für graue Emissionen und graue Energie von Baustoffen, zusammengestellt von Circular Ecology (Hammond & Jones). Für die meisten Materialien gibt sie die grauen Emissionen als kg CO₂-Äq. je kg Material an — eine Intensität je Kilogramm, mit der sich Varianten früh vergleichen lassen, vor jeder formellen Bewertung.
Diese Einordnung richtet sich an die Praxis: Planung, Ingenieurwesen, Projektentwicklung und Nachhaltigkeitsberatung — an alle, die wissen, was graue Emissionen sind, und ICE-Werte gut nutzen wollen, ohne sie zu überinterpretieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Die ICE-Datenbank liefert Werte für graue Emissionen, meist in kg CO₂-Äq./kg, für rund 1.600 Baustoffe.
- Die Werte sind generische Durchschnitte nach Region und Branche — brauchbar für den frühen Vergleich, nicht projektspezifisch und nicht zertifiziert.
- Die meisten Angaben reichen von der Wiege bis zum Werkstor (Gewinnung bis Fabrikausgang) — eine engere Systemgrenze als der Lebenszyklus.
- Lesen Sie die Werte als Rangfolge: Holz niedrig, Beton mittel, Primäraluminium hoch.
- Prüfen Sie die Lizenz, bevor Sie ICE in einen Arbeitsablauf einbauen: Circular Ecology erlaubt die Nutzung in Softwarewerkzeugen nicht, seit dem 30. September 2026 auch keine Nutzung außerhalb der Bildung.
- Elementa nutzt ICE nicht mehr. Jede Schicht wird mit einem zugeordneten generischen ÖKOBAUDAT-Datensatz (A1–A3) bewertet, die indikativen Wirkungsklassen gelten je Kubikmeter — keine EPD und keine Ökobilanz.
Was bedeutet „graue Emissionen in kg CO₂-Äq./kg”?
Es ist eine Intensität: die Treibhausgasemissionen, die je Kilogramm des Materials anfallen. Um daraus einen Bauteilwert zu machen, brauchen Sie die Menge — Masse oder Volumen mal Rohdichte. Deshalb ist die Mengenseite in der frühen Phase die größere Fehlerquelle: Ein Emissionsfaktor liegt um Prozente daneben, eine vergessene Decke um ein Vielfaches.
„CO₂-Äq.” fasst mehrere Treibhausgase in einer Größe zusammen, gewichtet nach ihrer Klimawirkung. Es ist nicht nur CO₂.
Welche Systemgrenze decken ICE-Werte ab?
Überwiegend A1–A3: Rohstoffgewinnung, Transport zum Werk, Herstellung. Das ist die Herstellungsphase — nicht der Transport zur Baustelle, nicht der Einbau, nicht Austausch, Nutzung oder Lebensende.
Das ist keine Schwäche, sondern eine Definition. Sie wird erst zum Problem, wenn ein A1–A3-Wert wie ein Lebenszykluswert behandelt wird. Welche Module wofür stehen, steht in Module A bis C.
Zu Durchschnitten und Streuung
ICE-Werte sind Mittelwerte über Herstellungsrouten, Regionen und Werke. Für manche Materialien ist die Streuung dahinter erheblich — Stahl ist das klassische Beispiel, wo Schrottanteil und Ofenroute den realen Wert weit vom Mittel entfernen können (Brettsperrholz, Beton oder Stahl).
Der praktische Umgang damit: Nutzen Sie den Mittelwert für die Rangfolge, nicht für die Behauptung eines konkreten Werts.
Wo liegen Stärken und Grenzen?
| Stärke | Grenze | |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Offen, breit, sofort nutzbar | Nicht produktspezifisch |
| Vergleichbarkeit | Einheitliche Basis über Materialklassen | Verdeckt Streuung innerhalb einer Klasse |
| Systemgrenze | Klar definiert (A1–A3) | Deckt nicht den Lebenszyklus ab |
| Eignung | Frühe Variantenwahl | Nicht für Nachweis oder Zertifizierung |
| Aktualität | Regelmäßig überarbeitet | Ein Datensatz, keine laufende Messung |
| Lizenz | Für Lehre und Einordnung nutzbar | Nicht in Softwarewerkzeugen; seit 30. September 2026 keine Nutzung außerhalb der Bildung |
Nutzt Elementa die ICE-Datenbank?
Nicht mehr. Frühere Versionen von Elementa haben ihre Materialwerte aus der ICE-Datenbank abgeleitet. Diese Datensätze sind entfernt: Die Lizenz von Circular Ecology erlaubt die Nutzung der ICE-Daten in Softwarewerkzeugen nicht, und seit dem 30. September 2026 schließt sie jede Nutzung außerhalb der Bildung aus. Dieser Artikel bleibt online, weil ICE als Referenz weiterhin lesenswert ist — nicht, weil Elementa damit rechnet.
Heute bewertet Elementa jede Schicht mit einem generischen ÖKOBAUDAT-Datensatz (EN 15804+A2, Module A1–A3), der dieser Schicht zugeordnet ist. Vorgeschlagen wird zuerst der Datensatz, der zum Projektstandort passt, generisch vor produktspezifisch; passen mehrere gleich gut, fragt Elementa nach. Ein zugeordneter Datensatz behält seine Version, bis Sie ihn ändern. Eine Schicht ohne zugeordneten Datensatz bleibt unbewertet und fließt nicht in Summen ein, statt einen Ersatzwert zu bekommen (EPD oder generischer Datensatz).
Daneben zeigt Elementa eine indikative Wirkungsklasse. Wirkungsklassen werden je Kubikmeter berechnet (Emissionen je Kilogramm × Rohdichte): niedrig unter 200, mittel 200–800, hoch über 800 kg CO₂-Äq./m³. Die Schwellen sind Elementas eigene Konvention; weder ICE noch ÖKOBAUDAT veröffentlichen eine solche Einteilung. Fehlt die Rohdichte, zeigt Elementa keine Klasse statt einer geschätzten. Wie man mit den Klassen Alternativen auswählt, steht in Materialalternativen nach Wirkungsklasse; warum frühe Materialentscheidungen den Fußabdruck eines Projekts bestimmen, im Leitfaden zu grauen Emissionen im Bauwesen.
Unabhängig von der Lizenz gilt für deutsche Projekte auf dem Weg zu QNG oder DGNB: Die ICE-Datenbank ist britisch, und deutsche Zertifizierungswege erwarten die ÖKOBAUDAT. Ein ICE-basierter Wert lässt sich mit einer ÖKOBAUDAT-Bewertung nicht zeilenweise abgleichen — das ist kein Qualitäts-, sondern ein Vergleichbarkeitsproblem (Ökobilanz-Software auswählen).
Häufige Fragen
Ist die ICE-Datenbank dasselbe wie eine EPD? Nein. Eine EPD ist eine unabhängig verifizierte Deklaration für ein konkretes Produkt aus einem konkreten Werk. ICE liefert generische Durchschnitte je Materialklasse. Beides ist legitim, in unterschiedlichen Leistungsphasen (EPD oder generischer Datensatz).
Sind ICE-Werte Wiege-bis-Werkstor oder Lebenszyklus? Überwiegend Wiege bis Werkstor (A1–A3). Wer sie als Lebenszykluswerte liest, unterschätzt Austausch, Betrieb und Lebensende.
Kann ich ICE-Werte für einen Nachweis verwenden? Nein. Der nach EPBD ausgewiesene Wert muss aus einer vollständigen Berechnung nach EN 15978 stammen (Vorbewertung oder zertifizierte Ökobilanz). Prüfen Sie außerdem die Lizenz: Circular Ecology schließt die Nutzung in Softwarewerkzeugen und seit dem 30. September 2026 jede Nutzung außerhalb der Bildung aus.
Nutzt Elementa die ICE-Datenbank? Nein. Frühere Versionen nutzten ICE-abgeleitete Werte; sie sind entfernt, weil die Lizenz die Nutzung in Softwarewerkzeugen nicht erlaubt. Heute wird jede Schicht mit einem ihr zugeordneten generischen ÖKOBAUDAT-Datensatz (EN 15804+A2, Module A1–A3) bewertet; eine Schicht ohne zugeordneten Datensatz bleibt unbewertet und fließt nicht in Summen ein. Die Ergebnisse sind indikativ und dienen nur der Entscheidungsunterstützung.
Warum liegt Beton je Kilogramm nur mittel und dominiert trotzdem meine Bilanz? Weil die Menge zählt. Eine mittlere Intensität mal einer sehr großen Masse ergibt den größten Einzelposten. Genau deshalb ist die Mengenseite wichtiger als die Nachkommastelle des Faktors. Elementas Wirkungsklassen werden aus diesem Grund je Kubikmeter berechnet, damit die Rohdichte nicht versteckt, was ein Kubikmeter Beton trägt.
Wo ICE am stärksten ist
Die ICE-Datenbank ist dafür gebaut, Materialklassen schnell und einheitlich zu ordnen — und darin ist sie sehr gut. Sie ist nicht dafür gebaut, ein konkretes Produkt in einem konkreten Nachweis zu vertreten. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler im Umgang mit ihr — und wer sie nutzt, sollte das innerhalb ihrer Lizenz tun.
Frühe Werte sind indikativ und richtungsweisend. Sie stützen Entscheidungen; sie ersetzen weder eine zertifizierte Ökobilanz noch einen Energieausweis.