Eine wichtige Entwicklung in der Umsetzung — kein neues EU-Gesetz, aber möglicherweise bedeutsam für Österreichs künftige Regeln zu den Lebenszyklus-Emissionen von Gebäuden.
Das EU-geförderte Projekt INDICATE LIFE entwickelt derzeit nationale Whole-Life-Carbon-Benchmarks für Österreich, Kroatien, Italien, Luxemburg und später Ungarn, um die Umsetzung der EPBD zu unterstützen. Am 29. September 2026 hob die CINEA der Europäischen Kommission hervor, dass diese nationalen Datensätze wissenschaftlich fundierte Dekarbonisierungspfade und nationale politische Rahmen unterstützen sollen. Über 41 Fallstudien hinweg stellte das Projekt außerdem fest, dass eine Gebäude-Ökobilanz typischerweise rund 0,1–2 % der gesamten Projektkosten kostet — und dass der Großteil davon auf Datenerhebung und unausgereifte Arbeitsabläufe entfällt, nicht auf die Berechnung selbst (CINEA, 29. September 2026, englisch).
Die CINEA hält zudem fest, dass die größten Chancen zur CO₂-Reduktion entstehen, bevor wesentliche Planungsentscheidungen feststehen.
Für Österreich hat das Projektkonsortium angekündigt, 67 österreichische Referenzgebäude ausgewertet und erstmals nationale Whole-Life-Carbon-Benchmarks entwickelt zu haben. Die Ergebnisse sollen am 13. Oktober 2026 in Wien öffentlich vorgestellt werden. Laut Konsortium kann die daraus entstandene Performance-Skala künftig als Grundlage für nationale Grenzwerte in der österreichischen Bauordnung dienen, während die Mitgliedstaaten ihre EPBD-Fahrpläne für 2027 vorbereiten (APA-OTS-Presseaussendung, 15. September 2026).